HANDBALLVEREIN VALLENDAR E.V.

SAISONRÜCKBLICK!

Die Vallendarer Löwen blicken auf eine Saison mit Höhen und Tiefen zurück!

| Team I

Aufatmen bei den Vallendarer Löwen. Die Rheinländer dürfen auch in der Spielzeit 2019/2020 in Deutschlands vierthöchster Klasse, der RPS-Oberliga, antreten. Meister TV Hochdorf glückte im ersten Anlauf die Qualifikation zur 3. Liga. Jetzt läuft beim HVV und deren neuem Trainer Veit Waldgenbach die Vorbereitung für die neue Saison auf Hochtouren.

Es war sicher nicht die Runde und die Platzierung, welche sich der HV Vallendar vor knapp einem Jahr erhofft hatte. Mit großen Erwartungen ging man in die Saison 2018/2019 und musste die eigene Zielsetzung Stück für Stück immer wieder herunterschrauben. Nach einem Unentschieden gegen Bingen zum Auftakt, unterlag der HVV fünfmal in Serie. Es folgte ein stetiges Auf und Ab zwischen engagierten Leistungen und Niederlagen mit teilweise unerklärlichen Schwächeperioden. Schon da musste das Team immer wieder personelle Rückschläge verkraften. Nur neun Punkte erspielten die Rheinländer in der Hinserie. Die negativen Höhepunkte waren dabei sicher die 26:17-Niederlage im Derby gegen den TV 05 Mülheim, sowie das 27:22 im letzten Spiel des Jahres 2018 bei der HSG Kastellaun/Simmern.

In der Winterpause arbeiteten Mannschaft und Verantwortliche hart an sich, um die verkorkste Hinrunde zu egalisieren. Doch eine berufliche Veränderung von Christoph Barthel machte dies nicht leichter. Ende Januar einigten sich beide Seiten darauf, getrennte Wege zu gehen. Fortan übernahm Ex-Trainer Wolfgang Reckenthäler wieder die Geschicke, an seiner Seite war nun auch Veit Waldgenbach, der das Team dann ab dieser Saison trainieren wird.

Reckenthäler führte vor allem eine grundlegende Änderung ein: Defensiv ließ er das Team wieder in der altbekannten 3:2:1-Formation auflaufen. Der Effekt machte sich direkt bemerkbar, denn die Gegentore reduzierten sich drastisch. Das Sorgenkind blieb weiterhin der Angriff, wo es Vallendar zu oft an Wurfkraft aus der zweiten Reihe fehlte. Auch die Trefferquote im direkten Duell mit dem gegnerischen Torwart ließ zu wünschen übrig. Reckenthäler: „Natürlich mussten wir da kaltschnäuziger sein. Ich glaube aber, dass sich immer mehr die Nerven bemerkbar gemacht haben, denn unsere Lage war ja wahrlich nicht einfach.“ Doch was Reckenthäler und Waldgenbach phänomenal gelang, war den Zusammenhalt und Teamgeist der Mannschaft wieder zu wecken. Die Fans sahen nun, anders noch als in Hälfte eins, einen bis zum Ende kämpfenden und nie aufgebenden HVV.

Nur knapp verlor man das Auswärtsspiel in Zweibrücken, danach folgten drei Siege in Serie gegen Friesenheim II, Völklingen und Homburg. Es sah danach aus, als könnten die Löwen in letzter Minute doch noch die Kehrtwende schaffen. Doch dann musste man sich in Budenheim und eine Woche später beim direkten Konkurrenten aus Eckbachtal geschlagen geben. Derweil konnten Worms und Kastellaun/Simmern Zähler verbuchen. Die Luft wurde immer dünner und der Druck stieg von Woche zu Woche.

Es waren eben die von Reckenthäler beschriebenen flatternden Nerven, die schließlich zur 29:30-Heimniederlage gegen Worms führten. Auch aus Offenbach konnte nichts Zählbares mit an den Rhein genommen werden, im Derby gegen den TV 05 Mülheim reichte es in letzter Sekunde nur zu einem Unentschieden. Reckenthäler: „Wir hatten einige unglückliche Spiele dabei, wo wir eigentlich Punkte hätten einfahren müssen. Aber es lag immer an Nuancen und die sind in einer so engen Liga nun einmal entscheidend. Das ist auch kein Vorwurf an die Mannschaft. Wir haben einfach sehr viele junge Spieler, die zum ersten Mal in ihrer Karriere mit so einer Stresssituation konfrontiert wurden.

Am vorletzten Spieltag in Illtal benötigten die Vallendarer einen Sieg, doch beim verdienten Vizemeister unterlag man mit 30:27. Damit stand am letzten Spieltag gegen Kastellaun/Simmern bereits fest, dass man auf einen Erfolg des TV Hochdorf in der Qualifikation hoffen muss. Im Saisonfinale boten die Spieler nochmals ihre ganze Klasse. Die HSG wurde in einer ganz starken Begegnung mit 26:18 nach Hause geschickt.

Gleichzeitig bedeutete diese Begegnung aber auch Abschied nehmen. Lange bekannt war bereits, dass Wolfgang Reckenthäler sich wieder vollumfänglich seiner Aufgabe als Sportlicher Leiter widmet und Veit Waldgenbach die Trainerposition einnimmt. Urgestein Bastian Burgard und Stefan Baldus beendeten beide an diesem Abend ihre Karrieren und hinterlassen eine große Lücke. Reckenthäler: „Wir verlieren zwei unwahrscheinlich wichtige Spieler. Beide sind sehr erfahren und kennen die Oberliga in all ihren Facetten. Aber es ist nun einmal so, dass der Beruf an erster Stelle steht. Wir werden versuchen die Abgänge im Kollektiv aufzufangen.“

Ansonsten stehen Veit Waldgenbach alle Spieler zur Verfügung, zudem hofft man, dass Moritz Gutfrucht bis zum Saisonstart im September wieder fit sein wird. Zwei Neuzugänge standen bereits vor Saisonende fest. Torhüter Marcel Schenk kehrt zurück zum HVV und wird das Gespann mit Björn Boinski bilden. Auch Rückraumspieler Christian Schröder stößt zum Team, er wechselt vom Rheinlandligisten HSG Mertesdorf/Ruwertal in den Löwenkäfig.

Neben der Vorbereitung auf die neue Saison mussten die Vallendarer dann also auf den TV Hochdorf schauen. Diese gewann am 11. Mai beim TV Kirchzell mit 13:20. In der darauffolgenden Woche feierten die Pfalzbiber durch ein 22:22 in eigener Halle den direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga, wodurch der HVV weiterhin der RPS-Oberliga zugehörig bleibt.

Die Planungen vom neuen Trainer Veit Waldgenbach laufen auf Hochtouren. Bereits am 28. Mai versammelt er seine Mannschaft wieder in der Halle, um diese auf die Saison 2019/2020 vorzubereiten. Waldgenbach: „Es ist wichtig, dass wir uns intensiv und lange vorbereiten. Eine Situation wie in der abgelaufenen Saison wünscht sich wirklich keiner. Die Mannschaft hat enormes Potenzial und meine Aufgabe ist es, dieses gemeinsam mit den Jungs herauszukitzeln.“

Der HV Vallendar bedankt sich nochmals bei allen Mitgliedern, Fans und Sponsoren für die große Unterstützung in der gesamten vergangenen Saison und freut sich gleichzeitig auf ein Wiedersehen bei einigen Vorbereitungsspielen, spätestens jedoch zum Saisonauftakt im September!