HANDBALLVEREIN VALLENDAR E.V.

LAST-MINUTE-TOR!

Den Vallendarer Löwen gelingt durch einen nach Ablauf der Spielzeit verwandelten Siebenmeterstrafwurf der Ausgleichstreffer zum 22:22!

| Team I

Mit einem Remis sind die Vallendarer Löwen in die neue Oberliga-Saison gestartet, gegen die HSG Rhein-Nahe Bingen erkämpfte das Team von Christoph Barthel ein 22:22. Dabei boten die Löwen eine kämpferisch starke Leistung, vor allem in der Defensive. Etwas Sand im Getriebe hatte man dagegen noch im Angriffsspiel, daran wird man für das kommende Auswärtsspiel in Mundenheim noch etwas feilen müssen.

Die Vallendarer fanden gut in die Begegnung, was man allen voran der guten Abwehr zu verdanken hatte. Hier stand der Innenblock um Strüder, Stein und Baldus äußerst sicher und setzte den rheinhessischen Angreifern gehörig zu. Durch den pfeilschnellen Lukas Hertz erzielte der HV direkt zwei Gegenstoßtreffer und ging mit 4:2 in Front. Nach knapp 10 gespielten Minuten steigerten sich die Gäste kontinuierlich und Vallendar leistete sich altbekannte Fehler. Bingen profitierte von leichten Ballverlusten und vermeidbaren Fehlwürfen der Hausherren. Über den starken Maximilian Grethen glich die HSG dann aus und ging schließlich beim erstmals 5:6 in Führung – daran konnten auch zwei gehaltene Siebenmeter vom extra dafür eingewechselten Simon Stein nichts ändern.

Barthel nahm nun seine erste Auszeit und stellte sein Team um. Er brachte Gutfrucht und Schaub auf die Platte, was auch direkt die gewünschte Wirkung zeigte. Besonders Gutfrucht strahlte Gefahr aus der zweiten Reihe aus, lockte so den Bingener Innenblock heraus und bediente Kreisläufer Lohner sehenswert. Im Gleichschritt ging es in die Schlussphase des ersten Durchgangs und Vallendar legte noch einmal einen Zwischenspurt hin. Busse und Woods besorgten beim 11:9 wieder einen Vorsprung von zwei Treffern. Doch ein erneuter Ballverlust bescherte der HSG das 11:10, anstatt des erhofften Drei-Tore-Vorsprungs für den HVV.

In der zweiten Hälfte musste Vallendar die stabile Abwehrarbeit weiterführen, mit einem Hauptaugenmerk auf den zweikampfstarken Max Grethen. Doch viel mehr musste im Angriff mehr passieren, da zeigte der HVV bislang zu wenig Durchschlagskraft, vor allem aus der Distanz.

Nach dem Seitenwechsel waren es dann auch die Löwen, welche das Geschehen zunächst diktierten. Mit einem Doppelpack von Stefan Baldus konnte man die Führung vorerst verteidigen. Doch ein Hattrick von Bingens Stefan Corazolla egalisierte diese umgehend. 20 Minuten vor dem Ende gingen die Gäste erstmals seit der 15. Spielminute wieder in Front. Die Partie wurde jetzt zerfahren und zunehmend hitziger. Doch die beiden erfahrenen und souveränen Unparteiischen Hemmer und Meyer behielten jederzeit den Überblick. Kopf an Kopf ging es in die entscheidende Phase der Begegnung, die Führung pendelte nun hin und her, was auch an den beiden starken Schlussmännern auf beiden Seiten lag.

Doch dann wurde es kritisch für den HVV! Nach einem erneuten Ballverlust besorgte Tim Michel das 18:20, kurz danach Julius Michel das 19:21 bei noch fünf verbleibenden Minuten. Bingens Moritz Klapdohr erhielt eine Zeitstrafe und im direkten Gegenzug scheiterte Sebastian Diehl beim Strafwurf an Spezialist Simon Stein, der einmal mehr seine Qualität als Siebenmeterkiller unter Beweis stellte. Moritz Gutfrucht glich nun für seine Farben aus, 21:21 bei 56:36 Minuten auf der Uhr. Eine Minute vor dem Ende nahm Barthel seine finale Auszeit, doch der besprochene Spielzug funktionierte nicht wie erhofft. Der HVV kam ins Zeitspiel und man war gezwungen aus einer äußerst ungünstigen Position abzuschließen.

Bingen stürmte Richtung Vallendarer Tor, wo fünf Sekunden vor dem Ende Martin Schieke zum 21:22 verwandelte – das Spiel schien gelaufen. Simon Stein bugsierte den Ball verzweifelt Richtung Mittelkreis, wo Philipp Woods den Ball annahm und aufs Bingener Tor feuerte. Gleich mehrere Rheinhessen warfen sich dazwischen, Moritz Klapdohr blockte den Ball ab. Doch scheinbar hielt dieser nicht den vorgeschriebenen Abstand beim Anwurf ein, womit er eine Tormöglichkeit verhinderte. Die Folge: Rote Karte und Siebenmeter für Vallendar. Bingens Offizielle diskutierten hitzig mit Hemmer und Meyer, doch sahen schließlich die Korrektheit der Entscheidung ein. Hätten die HSG-Spieler den Ball einfach passieren lassen, er wäre leichte Beute für Schlussmann Niklas Weißbrod gewesen. So stand Weißbrod nun Woods gegenüber, der sicher verwandelte und dem HVV einen Punkt rettete.

Seit langer Zeit endet damit ein Saisonauftakt nicht mit einem Sieg für die Löwen. Doch bereits in diesem ersten Spiel konnte man sehen, dass die Mannschaft bereit ist über 60 Minuten alles zu geben. Ein positives Zeichen für Trainer und Fans, wenn es nächste Woche zu dem von Andreas Reckenthäler trainierten VTV Mundenheim geht.

Die Stimmen zum Spiel:

Oliver Lohner: „Kämpferisch war das sehr gut von uns. An ein paar Sachen müssen wir allerdings noch arbeiten, vor allem im Angriff. Unsere Abwehr stand dafür extrem sicher und unsere Torhüter haben starke Paraden gezeigt. Am Ende hatten wir natürlich etwas Glück, ich habe diese Szene aber gar nicht so richtig mitbekommen. Schlussendlich ist das Unentschieden aber leistungsgerecht. Nächste Woche warten Andi Reckenthäler und Marco Binnes auf uns, beide sind ja immer noch ganz eng mit uns verbunden. Für 60 Minuten muss die Freundschaft dann aber mal ruhen.“

Simon Stein: „Es hat Spaß gemacht wieder mit den Jungs auf der Platte zu stehen. Diese junge Truppe, gespickt mit erfahrenen Spielern, hat enorm Potenzial. Ich hoffe sehr, dass wir die Energie von diesem Spiel mit nach Mundenheim nehmen und dort ein gutes Spiel abliefern.

Mundenheim war zum Saisonauftakt bei der SV 64 Zweibrücken zu Gast, wo die Pfälzer auch prompt die erste Niederlage einstecken mussten. Mit 31:24 unterlag der VTV deutlich, wobei Yannick Treiber mit 11 und Yannick Muth mit 4 Toren herausstachen.

Für Barthel gilt es in der kommenden Trainingswoche ein besonderes Augenmerk auf den Angriff zu legen, denn gegen Mundenheim wartet wieder eine robuste Abwehrreihe mit starkem Schlussmann auf die Rheinländer.

Es spielten für den HVV: Burgard, S. Stein (beide im Tor), Woods (6/4), Offermann (3/2), Baldus (3), Hertz (3), Gutfrucht (2), Lohner (1), K. Schmidt (1), Busse (1), D. Stein (1), Strüder (1), Schaub, Schleier.