HANDBALLVEREIN VALLENDAR E.V.

KNAPP UNTERLEGEN!

Die Vallendarer Löwen müssen sich nach einer intensiven Begegnung mit 24:27 geschlagen geben!

| Team I

Ernüchterung bei den Handballern des HV Vallendar, gegen den SV 64 Zweibrücken verloren die Löwen in einer ereignisreichen Begegnung mit 24:27. Über weite Strecken boten die Rheinländer eine gute Leistung, mussten sich schließlich auf Grund mangelnder Chancenauswertung und dünner Personaldecke geschlagen geben. Nach fünf Spieltagen steht der Traditionsverein mit 1:9-Punkten auf dem vorletzten Platz und steht unter Zugzwang.

Ratlose Gesichter sah man nach dem Schlusspfiff auf Seiten der Vallendarer. Wieder hatte man verloren, wieder eine ordentliche Vorstellung geboten, doch wieder war man an eigenem Unvermögen gescheitert. In den entscheidenden Momenten verpassten die Löwen-Spieler freie Würfe zu vollstrecken und verschliefen Situationen in der Abwehr. Spielmacher Merlin Busse war verärgert: „Wenn man ja wenigstens sagen könnte, dass wir schlecht waren. Aber das war nicht der Fall. Über weite Strecken haben wir guten Handball gezeigt, doch unsere Chancen nicht genutzt. So langsam nervt es wirklich, aber wir müssen einfach weitermachen.“ Dabei hatten sich die Löwen viel vorgenommen gegen eine SV 64 Zweibrücken, die ebenfalls nicht optimal in die Runde gestartet waren.

Mit entsprechender Härte begann auch die Partie, welche sich mit zunehmender Dauer zu einer knüppelharten Auseinandersetzung entwickelte. Vallendar fand zwar gut ins Spiel, lief jedoch zunächst einem knappen Rückstand hinterher, den man nach wenigen Minuten ausgleichen konnte. Die Löwen langten in der Abwehr ordentlich zu, ließen sich von den unsteten Referees zunehmend aus dem Konzept bringen. Mehrmals fühlten sich die Vallendarer ungerecht behandelt und vergaßen dabei den Fokus auf ihr eigenes Spiel zu legen.

Löwen meistern schwierige Phase

Nach 11 Minuten wanderten gleichzeitig Jonas Strüder und Philipp Woods vom Feld, nachdem sich Zweibrückens Tom Grieser theatralisch auf dem Hallenboden wälzte. Die doppelte Unterzahl nutzte die Gäste aus, um mit 5:9 in Führung zu gehen. Barthel nahm seine erste Auszeit, formierte seine Mannen neu. Er brachte den angeschlagenen Moritz Gutfrucht, der auch direkt ablieferte. Nach 18 Minuten dann der nächste Rückschlag für die Löwen: Keeper Bastian Burgard eilt aus seinem Tor, um einen Gegenstoß der SV abzufangen. Den Ball fängt er sicher, doch läuft Gegenspieler Schaller gegen den stehenden Vallendarer Schlussmann. Die harte aber regelkonforme Konsequenz war die Disqualifikation für Burgard und Siebenmeter für die Gäste. Benjamin Zellmer netzte sicher zum 6:10 ein. Wütende Löwen drehten nun richtig auf. Angeführt vom eiskalten Kalani Schmidt, der an diesem Abend fünf enorm wichtige Treffer erzielte, holten der HVV Tor um Tor auf, glich in der 28. Minute zum 11:11 aus. Moritz Gutfrucht setzte noch einen drauf und vollstreckte Sekunden vor der Halbzeit zur 12:11 Führung für die Hausherren.

Für den zweiten Spielabschnitt hatte man sich einiges vorgenommen, wollte angezählte SV’ler nicht mehr ins Spiel kommen lassen und den Vorsprung konsequent erhöhen. Das gelang dem HVV zunächst auch, führte mit 14:12 und 15:13. Zweibrücken gelang es das Spiel zu drehen, glich beim 16:16 aus und legte umgehen zwei weitere Treffer nach. Erneut zückte Barthel die grüne Karte und beruhigte seine Mannschaft. Tatsächlich schlossen die Gastgeber wieder auf, das Spiel wurde jetzt immer hektischer und emotionaler.

Gutfruchts Verletzung wiegt schwer

Nach 45 Minuten dann der nächste Knackpunkt. Der bis dahin spielstärkste HVV’ler Moritz Gutfrucht krümmte sich nach einer Körpertäuschung am Boden und hielt sich das Knie. Für ihn ging es sofort in die Katakomben und das Spiel war beendet. Untersuchungen stehen am Montag an, man muss jedoch leider mit dem Schlimmsten rechnen. Barthel: „Ein herber Verlust, Moritz hat uns bis dahin im Spiel gehalten. Danach gab es einen Bruch im Angriff, wir waren nicht mehr so agil und gefährlich aus der Distanz. Wir werden am Montag mehr wissen, aber es sah nicht wirklich gut aus.“

Begünstigt durch diesen Verlust zog Zweibrücken davon. Vom 19:19 (44. Minute) ging es direkt zum 19:23 (52. Minute). Doch es war nicht nur der Verlust von Gutfrucht, in dieser wichtigen Phase trafen die Löwen zweimal Aluminium und scheiterten doppelt an Bendikt Berz, dem Schlussmann der 64er. Jetzt wurde es richtig schwer für den HVV, deren Kräfte schwanden. In den letzten verbleibenden Minuten kam Vallendar nicht mehr heran und Zweibrücken brachte den erarbeiteten Vorsprung sicher ins Ziel.

Entscheidende Momente

Der HVV schaffte es mit Willen und Herz einen großen Rückstand aufzuholen und mit einer knappen Führung in die Halbzeit zu gehen. Die Löwen erkämpften den psychologischen Vorteil, die Mannschaft hat zusammen eine äußerst schwierige Phase gemeistert. Dieser Zusammenhalt und Teamgeist machen extrem viel Mut. Aber man verpasste es einen Vorsprung zu halten und auszubauen, vergab zwischen der 46. und 52. Minute hochkarätige Chancen, was schlussendlich das Spiel entschied. Der Verlust von Gutfrucht tat richtig weh, er hätte den Unterschied ausmachen können.

Ausblick

Vallendar hat eine englische Woche vor sich, denn bereits am Mittwoch, 03.10.2018 geht es weiter. Die Löwen reisen ins tiefe Saarland, wo mit der HSG Völklingen eine der Überraschungsmannschaften der bisherigen Saison wartet. Die HSG steht mit derzeit 6:4-Punkten auf dem 4. Tabellenplatz, konnte bisher Eckbachtal, Illtal und Friesenheim II schlagen. Die Löwen brauchen endlich zwei Punkten und wollen diese mit allen Mitteln mit nach Hause bringen.

Stimmen zum Spiel

Christoph Barthel: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben gekämpft, alles gegeben und guten Handball gezeigt. Erneut waren es 10 Minuten, nämlich etwa zwischen der 40. und 50. Minute, da hatten wir zu viele Fehlwürfe. Wir werden am Mittwoch optimistisch, als Team und bis in die Haarspitzen motiviert nach Völklingen fahren.“

Kalani Schmidt: „So richtig kann an es nicht erklären, wir waren in allen bisherigen Spielen gut, sind drangeblieben. Es waren immer Kleinigkeiten ausschlaggebend. Wir müssen abgeklärter und kälter vor dem Tor werden, denn unsere Abwehrleistung stimmt. Alle sind richtig genervt von der derzeitigen Situation, weil sie spiegelt nicht unser wirkliche Leistungsniveau wieder.“

Es spielten für den HVV: Burgard, S. Stein (beide im Tor); Woods (7/5), K. Schmidt (5), Strüder (4), Gutfrucht (3), Hertz (2), Lohner (1), Baldus (1), F. Schmitt (1), Schaub, Busse, Offermann, D. Stein.

Bes. Vorkommnisse: Disqualifikation Burgard (18. Minute, Foulspiel)