HANDBALLVEREIN VALLENDAR E.V.

HEIMSIEG!

Die Vallendarer Löwen konnten gegen die HSG Eckbachtal einen 27:26-Heimsieg einfahren!

| Team I

Die Vallendarer Löwen überwintern auf dem 9. Tabellenplatz und zeitgleich vor dem TV 05 Mülheim. Dafür musste man allerdings im letzten Heimspiel des Jahres die pfälzische HSG Eckbachtal besiegen. 20 Sekunden vor dem Ende verwandelte Philipp Woods einen Siebenmeter im Nachwurf zum erlösenden 27:26. Mit nunmehr 14:18 Zählern und fünf Punkten aus den letzten drei Spielen, kann man beruhigt in die Weihnachtspause gehen.

Riesiger Jubel auf Seiten des HVV und den gut 350 Zuschauern in der Sporthalle auf dem Mallendarer Berg, Trainer Veit Waldgenbach rangt indes um Worte: „Das war heute ein Arbeitssieg. Wir waren nicht in Topform, doch Moral und Siegeswille haben uns heute zwei Punkte beschert.“ Zuvor sahen die zahlreichen Handballfans einen Krimi, der besonders in der Schlussphase an Spannung nicht zu überbieten war. 50 Minuten lang war der HVV einem teilweise deutlichen Rückstand hinterhergelaufen, ehe sich im zweiten Durchgang ein offener Schlagabtausch entwickelte.

Drei Minuten vor dem Ende lag man noch mit 24:26 zurück, doch der überragende Merlin Busse glich beim 26:26 aus. Nach einem Ballgewinn wurde Christian Schröder beim Durchbruch durch die Mitte der Eckbachtaler Defensive von der Seite gestoppt. Beim fälligen Strafwurf scheiterte Philipp Woods an Eckbachtals Rouven Hahn, doch gedankenschnell schnappte er sich den Abpraller und netzte zum 27:26 Endstand für die Löwen ein.

Vallendar fand besser in dieses Handballfest hinein und ging durch schnelle Tore mit 3:1 in Führung. Die Gäste aus der Pfalz kamen dann aber ins Spiel und glichen umgehend wieder aus. Waldgenbachs Prognose vor dem Spiel sollte sich bewahrheiten: „Eckbachtal ist auf dem vorletzten Platz und hat nichts zu verlieren. Das heute war Abstiegskampf pur und diesen Kampf galt es anzunehmen.“ Anders als noch in der Vorwoche gegen den TV Offenbach, mussten die Löwen für ihre Tore richtig ackern. Die HVV-Akteure wirkten an diesem Abend nicht spritzig und mussten den Gekkos aus der Pfalz schnell die Führung überlassen.

Durch vier Treffer in Serie gingen diese nach 18 Minuten mit 6:10 in Führung. Doch der HVV ließ sich nicht abschütteln und schloss wieder auf. Vor allem in der Deckung hatte Vallendar Probleme, verlor zu viele Zweikämpfe und konnte die Kreisanspiele von Eckbachtals Mittelmann Betz nicht unterbinden. Mit einem knappen 12:13 ging es in die Pause, auch weil die erfahrenen Lukas Hertz und Merlin Busse sicher trafen. Veit Waldgenbach fand mahnende Worte zum ersten Durchgang: „Wie bereits gesagt, so sieht Abstiegskampf aus. Unsere Beine waren heute nicht so schnell wie zuletzt, die anstrengende Vorrunde steckt allen in den Knochen. Es lagen aber noch 30 Minuten vor uns, das war jetzt eine reine Charakterfrage.“

Zunächst musste er zusehen, wie seine Mannschaft wieder in Rückstand geriet, wieder mit vier Treffern. Die Führung der Gäste wehrte nicht lange, denn wie in der ersten Halbzeit waren es Spielmacher Merlin Busse und Lukas Hertz, die Verantwortung übernahmen. Mit zusammen fünf Treffern brachten sie das Schiff wieder auf Kurs, sodass die in weiß gekleideten Löwen eine Viertelstunde vor dem Ende zum 21:21 ausglichen.

Die Dramatik stieg von Minute zu Minute, denn jedes Mal, wenn der HVV ausglich, legten die Gäste einen Treffer nach. Waldgenbach: „Es waren immer Kleinigkeiten, die fehlten. Aber wir waren dran und wussten, dass wir noch Reserven hatten.“ So verschärfte Vallendar das Tempo nochmals deutlich und behielt dadurch den Anschluss. Zwei technische Fehler der Löwen führten zu Ballverlusten, welche die HSG eiskalt in Treffer ummünzte.

Beim 24:26 mit nur noch drei Minuten auf der Uhr, glaubte fast keiner mehr an einen Punktgewinn für Vallendar. Doch nun zeigte sich der Charakter der Spieler, welche mit einem letzten Willensakt drei Bälle eroberten. Co-Trainer Sven Schleier: „Letzte Saison hätten wir so ein Spiel nicht mehr gedreht. Aber hier sieht man die Entwicklung der Truppe, die Mannschaft ist reifer und abgeklärter geworden.“ Merlin Busse stellte 1:30 Minuten vor dem Abpfiff das 26:26-Remis her. Busse war es auch, der im direkten Gegenangriff ein Stürmerfoul provozierte, an dessen Ende Woods einen Siebenmeter im zweiten Anlauf zum Siegtreffer verwandelte. Ein letzter Wurfversuch der Gekkos landete an der Latte und schließlich in den schützenden Händen von Kalani Schmidt. Der Löwenkäfig stand Kopf und würdige die Mannschaft mit minutenlangen stehenden Ovationen.

Für den HVV endet ein Halbjahr mit einigen Höhen und Tiefen, insgesamt kann man aber ein durchweg positives Zwischenfazit ziehen. Die Mannschaft hat sich unter Veit Waldgenbach gut entwickelt und steht zur Weihnachtspause verdient auf Rang neun. Viel Zeit zum Ausruhen wird es aber nicht geben, denn bereits am 10. Januar geht schon weiter. Da kommt der TV 05 Mülheim zum Derby auf den Mallendarer Berg.

Die Stimmen zum Spiel

Oliver Lohner: „Ein enorm wichtiger Sieg für uns, auch wenn es lange nicht danach aussah. Das war zum Jahresende ein echter Kraftakt, aber heute haben wir uns für die Leistung der letzten Wochen belohnt. Man muss ein Spiel auch mal etwas dreckig gewinnen. Für die Zuschauer war das heute nicht immer schön anzusehen, dafür aber unfassbar spannend.“

Lukas Hertz: „Du musst in dieser Liga bis zur letzten Sekunde wach sein. Das waren wir heute und haben das Spiel in den letzten drei Minuten nochmal gedreht. Der Sieg war eine Erlösung und Lohn für unsere harte Arbeit. Am Ende hat es wohl kein Zuschauer mehr auf seinem Platz ausgehalten. Für den Handball in Vallendar war das heute extrem wichtig.“

Es spielten für den HVV: Lorenz, Schenk, Boinski (alle im Tor), Busse (7), Hertz (6), Woods (6/2), Schröder (4), F. Schmitt (3), K. Schmidt (1), Lohner, Schaub, Stein, Schleier, Krechel.