HANDBALLVEREIN VALLENDAR E.V.

HEIMNIEDERLAGE!

Die Vallendarer Löwen unterliegen der SG Saulheim denkbar knapp mit 26:27!

| Team I

Es wäre mehr drin gewesen für den HV Vallendar im Heimspiel gegen die SG Saulheim. Schlussendlich verloren die Rheinländer in einem Fotofinish mit 26:27 und finden sich zunächst am unteren Ende der Tabelle wieder. Dennoch kein Grund für Unruhe bei den Löwen, die ein undankbares Auftaktprogramm zu absolvieren haben.

Von der ersten Minute an verlief die Begegnung zunächst ausgeglichen, Saulheim spielte körperlich robust, zeigte jedoch ungewohnte Schwächen im Abschluss und dem gebundenen Spiel. Vallendar nutze dies zu schnellen Gegenangriffen und profitierte auch von der undisziplinierten Abwehr der Gäste. Nutznießer davon war in den ersten zehn Minuten Christian Offermann. Der Rechtsaußen erzielte die ersten fünf Tore seiner Mannschaft im Alleingang, davon drei Siebenmeter, und netzte an diesem Abend insgesamt zehn Mal ein.

Dann leistete sich der HVV eine kurze Schwächephase und geriet beim 5:6 wieder in Rückstand. Doch das korrigierten Strüder, Gutfrucht und Schmidt wieder, sie brachten den HVV mit 9:7 (18. Minute) in Front. Kurz danach krümmte sich Kapitän Lohner mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, der einen unfairen Stoß in den Rücken kassiert hatte. Dominik Stein sprang im Angriff ein und besorgte zusammen mit zwei Gegenstoßtoren in Überzahl von Hertz und Schmidt eine 12:8 Führung für die Hausherren. Nun musste der HVV seinerseits gleich zwei Hinausstellungen der nicht immer sicheren Unparteiischen hinnehmen. Die doppelte Unterzahl überstand man durch großen Einsatz komplett schadlos und lag drei Minuten vor der Pause mit 14:10 vorne. Bis dahin hatte Vallendar eine sehr starke Leistung geboten und Saulheim mit schnellen Angriffen, kreativen Lösungen und einer agilen Abwehr den Schneid abgekauft. Kurz vor dem Halbzeitpfiff verfiel der HVV plötzlich wieder in alte Muster, man verlor die Geduld und schenkte der SG die Bälle ohne Not. Dankbar nutzten das die Rheinhessen aus und kamen zur Halbzeit wieder auf nur einen Treffer heran.

Spielmacher Merlin Busse: „Das war unfassbar ärgerlich, weil wir einfach undiszipliniert waren. Anstatt mit vier oder fünf Toren zu führen, war es dann nur eins. Wir haben inakzeptable Fehler produziert, das war fahrlässig und kann dir am Ende Punkte kosten.“

Trotz der schwachen Minuten vor dem Seitenwechsel kam der HVV hellwach aus der Kabine. Ein Hattrick vom überragenden Christian Offermann brachte die 17:14-Führung. Kurz darauf scheiterte Saulheims Werber beim Strafwurf an Simon Stein und Lukas Hertz gelang im Gegenzug das 18:14 (35. Minute) – damit war der alte Abstand wieder hergestellt. Doch die Gäste steckten in keinster Weise auf und holten binnen zehn Minuten, angeführt von Routinier Mathias Konrad, den Rückstand wieder auf. Schuld daran waren unter anderem eine Vielzahl vergebener Chancen, denn zu oft scheiterten die Rot-Weißen freistehend an Saulheims starkem Schlussmann Florian Heddrich. Saulheim glich schließlich beim 21:21 (48. Minute) wieder aus und ging kurz darauf sogar in Führung. Die Stimmung im gut besuchten Löwenkäfig erreichte jetzt langsam den Siedepunkt, vor allem da beide Teams mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichter nicht ganz einverstanden waren. Die finalen zehn Minuten waren nichts für schwache Nerven, denn die Ereignisse überschlugen sich.

Zunächst gelang Saulheim das 23:25, doch Lohner und Gutfrucht egalisierten dies umgehend. Auf der anderen Seite traf Robin Kuntz, was wiederum Stefan Baldus geradebog. Wieder parierte Simon Stein einen Siebenmeter, sein dritter und zugleich wichtigster Save des Abends. Ein Kempa-Trick der Löwen fand leider nicht sein Ziel, wodurch die SG wieder in Ballbesitz kam. Saulheims Trainer Christmann nahm nun seine Auszeit. Seine Ansprache zeigte Wirkung, denn Julius Werber brachte seine Mannschaft nur zwei Minuten vor dem Ende auf die vermeintliche Siegerstraße. Doch der HVV hatte noch genügend Zeit auf der Uhr. Jetzt erreichte die Hektik ihren Höhepunkt – zunächst mussten Oliver Lohner und Mathias Konrad mit Zeitstrafen auf die Bank. Dann beging Maximilian Schaaf, der an diesem Abend mehr mit unsportlichen Fouls, denn mit handballerischer Klasse auffiel, eine Tätlichkeit an Lukas Hertz. Dafür wurde er umgehend zum Duschen geschickt. Der HVV hatte nun Ballbesitz, 17 Sekunden Zeit, ein Tor Rückstand und zwei Akteure mehr im Angriff. Bei 5 gegen 3 landete der Ball schließlich beim jungen Jacob Schleier, der jedoch an Hedderich scheiterte. Das Spiel endete mit großem Jubel auf Seiten der Gäste, beim HVV sah man nur hängende Köpfe.

Die Stimmen zum Spiel:

Oliver Lohner: „Man braucht Jacob keinen Vorwurf machen, das passiert. Wir haben uns schon viel früher in diese ungünstige Situation gebracht, weil wir den Sack nicht zu gemacht haben. Eine 18:14-Führung darf man nicht so einfach wieder hergeben. Da müssen wir eiskalt vor dem Tor sein und uns noch weiter absetzen, dann kommt es gar nicht so weit.“

Christoph Barthel „Das war zu 80-85 % eine sehr gute Leistung. Wir sind Tempo gegangen, haben körperlich dagegengehalten und gekämpft bis zum Umfallen. Das einzige Problem war die Chancenverwertung, ansonsten bin ich sehr zufrieden mit der Leistung der Jungs. Aber wenn du deine leichten Tore nicht machst, bekommst du von so einem erfahrenen Gegner die Quittung. Man sieht einer Steigerung im Verlauf der ersten drei Spiele, das stimmt mich sehr positiv. Die Truppe will unbedingt, es haperte immer an Kleinigkeiten. Bisher ist noch nichts passiert, wir arbeiten ganz konzentriert weiter.“

Lukas Hertz: „Die nächsten beiden Spiele werden sicher nicht leichter. Das ist für uns eher als Lernprozess zu sehen. Vor allem Hochdorf ist unfassbar souverän, da sind wir krasser Außenseiter. Aber vielleicht gelingt uns zu Hause gegen Zweibrücken ja eine Überraschung. Wir müssen genauso weitermachen wie bisher, dann kommt der erste Saisonsieg von alleine.“

In der Tat kann man den Löwen von ihrer Einstellung und der taktischen Marschroute keinen Vorwurf machen, es lag definitiv an der abnehmenden Treffsicherheit in der zweiten Halbzeit.

Die gute Stimmung und der Teamspirit zeigte sich auch direkt am Folgetag, als man gemeinsam das Spiel der befreundeten Volleyballmannschaft des TV Vallendar besuchte und einige schöne Stunden verbrachte.

Kommende Woche reist man zum Meisterschaftsfavoriten nach Hochdorf, die mit 6:0 Punkten eine weiße Weste aufweisen. Für den HVV gilt es gegen einen starken Gegner zu lernen und dem Tabellenführer das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Es spielten für den HVV: Burgard, S. Stein; Offermann (10/5), Hertz (3/1), Lohner (2), Schmidt (2), D. Stein (2), Schleier (2/2), Gutfrucht (2), Busse (1), Strüder (1), Baldus (1), Schaub.

Bes. Vorkommnisse: Rot für Maximilian Schaaf (Tätlichkeit, 58. Minute)