HANDBALLVEREIN VALLENDAR E.V.

FRIESENHEIM KOMMT!

Nach der knappen Niederlage in Völklingen wollen die Vallendarer Löwen am kommenden Samstag gegen die TSG Friesenheim 2 siegen!

| Team I

Erneut herrscht Ernüchterung bei den Handballern des HV Vallendar, die Löwen unterlagen beim Auswärtsspiel in Völklingen denkbar knapp mit 27:26. Der HVV bleibt damit in der laufenden Saison weiter sieglos und steckt zu diesem frühen Zeitpunkt bereits tief im Keller der Tabelle.

Dabei zeigten die Löwen erneut eine über weite Strecken engagierte Leistung, führten zur Halbzeit und waren vor allem im ersten Durchgang spielbestimmend. Doch ein Einbruch Mitte der zweiten Halbzeit sowie ein verworfener Siebenmeter Sekunden vor dem Ende, machten alle Chancen auf einen Punktgewinn zunichte.

Am ungewohnten Mittwochabend reisten die Löwen voller Tatendrang ins knapp 215 Kilometer entfernte Völklingen. Und der HVV fand am Tag der Deutschen Einheit tatsächlich gut in die Begegnung. Vom Start weg gaben die Rheinländer den Takt vor, gingen durch Treffer von Hertz und Baldus sofort in Front. Die heimische HSG kam erst nach gut 10 Minuten zu sich, glich beim 5:5 erstmalig aus. Davon ließen sich die Löwen aber nicht beeindrucken – Lohner, Woods und Schmidt besorgten das zwischenzeitliche 7:10 für die Gäste. In dieser Phase war es vor allem die Rückraumachse um Spielmacher Busse, die mit clever herausgespielten Aktionen den Ton angaben. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt verpasste es der HVV mehrfach sich noch weiter abzusetzen – gleich zwei Mal in Folge krachte der Ball an die Latte. Die Löwen hielten dennoch den Vorsprung, auch auf Grund starker Paraden von Schlussmann Bastian Burgard, wodurch man mit einer 14:16-Führung in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Völklingen dann ein gänzlich anderes Gesicht als noch die 30 Minuten zuvor. Binnen weniger Minuten glichen die Saarländer aus, gingen in der 33. Minute ihrerseits in Führung. Vallendar erzeugte zu wenig Gefahr aus dem Rückraum, spielte sich keine klaren Chancen mehr heraus. Dem eingewechselten und wieder genesenen Björn Boinski war es zu verdanken, dass man nicht früher in Rückstand geriet. Doch dann schlug der HVV das nächste Kapitel im Buch der Schwächephasen auf. Gut 10 Minuten vor dem Ende leistete sich der HVV mehrere vermeidbare technische Fehler und Ballverluste, Vöklingen bestrafte das mit eiskalten Gegenstößen. Merlin Busse glich für die Rot-Weißen zwei Minuten vor dem Ende nochmals aus, was Norbert Petö mit seinem vierten Treffer beantwortete. 20 Sekunden vor dem Ende die erneute Chance zum Ausgleich, doch Christian Offermann scheiterte von der Siebenmeterlinie. Christoph Barthel: „Kein Vorwurf an Christian, wir hätten das Spiel schon viel früher entscheiden müssen. Zu so einer Situation darf es gar nicht erst kommen.“

Dadurch unterlag der HVV auf der Zielgeraden mit 26:27. Hängende Gesichter bei den Rheinländern, freudiger Jubel auf der anderen Seite, bei welchem nur Völklingens Niklas Hoff mit provozierenden Gesten in Richtung der Vallendarer ein negatives Statement für ansonsten extrem faire Gastgeber abgab.

Für die Löwen wartet am Samstag, 06.10.2018 um 18:00 Uhr in einer englischen Woche das nächste Heimspiel. Zu Gast auf dem Mallendarer Berg ist die TSG Friesenheim II, für Kapitän Oliver Lohner ist die Marschroute eindeutig: „Die Zeit der Ausreden ist spätestens jetzt endgültig vorbei. Ich kann Sätze wie „Das kann passieren“ nicht mehr hören. Wir müssen gegen Friesenheim zwei Punkte holen, alles andere ist keine Option.“

In Völklingen spielten: Burgard, Boinski (beide im Tor), Baldus (5), Woods (5/3), Hertz (4), Lohner (3), K. Schmidt (3), Busse (2), Strüder (2), Offermann (2), Schaub, Stein, Schleier, F. Schmitt.

Zum Siegen verdammt

Das anstehende Heimspiel gegen Friesenheim II ist eine Begegnung unter der Überschrift „Do or Die“! Vallendar ist in der absoluten Pflicht abzuliefern und den ersten Sieg der Saison einzufahren. Da gibt es keine zwei Meinungen, wie auch Christoph Barthel bestätigt: „Ich verlange zwei Punkte, ganz einfach. Dieses Mal gibt es keine Schwächeperioden, keine Unkonzentriertheiten. Jeder einzelne Spieler ist in der Pflicht alles in die Waagschale zu werfen.“

Auch die TSG ist in der laufenden Runde noch ohne Sieg, dabei kassierten die Eulen in beiden bisherigen Gastspielen herbe Niederlagen. Die Löwen erwarten eine junge, unerfahrene Mannschaft, die jedoch technisch und konditionell auf einem Top-Niveau ist. Barthel: „Friesenheim hat immer viele junge, talentierte Spieler. Ergänzt wird das Team meist mit einigen erfahrenen Spielern. Wir müssen zeigen, dass wir eine erfahrene Oberliga-Mannschaft sind und wollen das Spiel dominieren.“

Besonderes Augenmerk muss die HVV-Defensive auf den agilen Rückraum um Brahm, Knobel, Jäger und Seifried legen. Diese vier Spieler dominierten in den bisherigen Begegnungen das Geschehen, sie gilt es allesamt aufzuhalten.

Der HVV seinerseits muss aus einer sicheren Deckung ein kontrolliertes Tempo gehen. Barthel: „Unser Gegenstoßspiel ist noch nicht so, wie ich es mir wünsche. Das war vergangene Saison etwas besser. Uns fehlen zum Ende eines Spiels hin diese einfachen Tore, da sie uns weniger Kraft kosten als aus dem gebundenen Spiel.“ Sollte dieser Plan nicht aufgehen, erwartet der erfahrene Coach eine ähnliche Spielanlage wie im ersten Spielabschnitt in Völklingen: Struktur, klar herausgespielte Chancen, das Auge für den besser positionierten Nebenmann. Barthel: „Da waren wir wirklich stark, hatten immer passende, teils kreative Lösungen parat.“#

Gutfrucht schwer verletzt

Das alles müssen die Vallendarer ohne ihren besten Distanzschützen Moritz Gutfrucht bewerkstelligen. Alle Befürchtungen der Verletzung aus dem Heimspiel gegen Zweibrücken haben sich bestätig: Kreuzbandriss. Die Saison ist für Gutfrucht damit wohl gelaufen. Barthel: „Ein herber Verlust und persönlich sehr schade für Moritz, denn er kam gerade richtig ins Rollen. Wir müssen das als Team auffangen.“ Wie der genaue Plan für den Halblinken aussehen wird steht noch nicht endgültig fest, um eine Operation und anschließende mehrmonatige Reha wird die Nummer 15 jedoch nicht herumkommen.

Alle in die Halle

Trotz der schwierigen Situation hofft der HVV auf zahlreiche Unterstützung ihrer Zuschauer und Fans. Der HVV möchte sich um jeden Preis aus der derzeitigen Situation befreien. Dafür brauchen die Löwen jede Unterstützung von Außen, um zusätzliche Kräfte freizusetzen. Oliver Lohner: „In so einer Phase sind die Fans enorm wichtig. Was unser Fanclub leistet ist einfach unfassbar! Wir brauchen die Hilfe von den Rängen, das beflügelt nochmal zusätzlich.“

Anwurf gegen die TSG Friesenheim am Samstag, 06.10.2018 ist wie gewohnt um 18:00 Uhr in der Sporthalle auf dem Mallendarer Berg in Vallendar.