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Die Vallendarer Löwen mussten sich trotz starker Aufholjagd im Rheinland-Derby dem TV 05 Mülheim geschlagen geben!

| Team I

Es war mal wieder nichts zu holen gegen den TV 05 Mülheim. Am Freitagabend war der HVV vor ausverkauftem Haus erneut sieglos gegen den ewigen Rivalen aus dem Rheinland. Das emotionale Spiel war ein Wechselbad der Gefühle für die fast 900 Zuschauer. Lange lag Mülheim vorne, der HVV lieferte eine glänzende Aufholjagd und musste sich schlussendlich doch der erfahreneren Mannschaft geschlagen geben – auch auf Grund eigener Unzulänglichkeiten.

Vallendars erfahrenster Akteur Bastian Burgard rang nach Worten und war äußerst unzufrieden mit der Leistung seines HVV: „Zu keinem Zeitpunkt haben wir Max Zerwas in den Griff bekommen. Immer wieder hatten wir schwache Phasen, aber haben uns dann mit einem Kraftakt wieder herangekämpft. Doch die letzten 15 Minuten sind mir unerklärlich. Da waren wir naiv, nervös und teilweise vollkommen überfordert.“ Burgards Resümee spiegelt den Verlauf ziemlich genau wieder. Mülheims Max Zerwas kam zu insgesamt 13 Toren, der gesamten Vallendarer Mannschaft glückten derer 17 über 60 Minuten. Der Genickbruch kam ab der 46. Minute, als der HVV bis auf ein Tor aufschloss und dann rein gar nichts mehr zustande brachte.

Dabei begannen die Löwen hochkonzentriert und wirkten wild entschlossen. Den vorzeitigen 2:0-Rückstand egalisierten Merlin Busse und Kalani Schmidt nach 7 Minuten. Die Anfangsphase wurde dominiert von zwei starken Abwehrreihen, die sich knallhart, jedoch immer fair, bearbeiteten. Nach 13 gespielten Minuten besorgte wiederrum Spielmacher Busse das 4:5 für seinen HVV – es war die erste und sollte zugleich die letzte Führung der Löwen bleiben. Der TV 05 zog durch je einen Doppelpack von Vogt und Zerwas auf 8:5 davon. Kreisläufer Schwenzer legte kurz darauf einen weiteren Treffer nach.

Vallendar versuchte den Anschluss zu halten, musste aber zusehen, wie sich Mülheim weiter absetzte. Schon da funktionierte das Zusammenspiel mit Kreisläufer Lohner nicht, der durch die gute Mülheimer Bewachung komplett abgemeldet war. Das 11:6 durch Backes und das 12:7 von Dahmen bildeten die höchsten Führungen der Gastgeber im ersten Durchgang. Doch anstatt weiter ins Hintertreffen zu geraten, konnte Vallendar nochmals verkürzen. Lukas Hertz in der 29. Minute und Jonas Strüder mit dem Halbzeitpfiff verkürzten auf 12:9. Doch schon da merkte man, dass die Kräfte zunehmend schwanden. Vor allem die rechte Seite war arg gebeutelt: Baldus ist seit Wochen nicht fit, Offermann lag am Vortag noch krank im Bett und Woods war beruflich bedingt gar nicht erst mit von der Partie.

Barthel fasst Durchgang eins folgendermaßen zusammen: „Wir sind ganz ordentlich gestartet, die Defensive stand soweit solide, dann haben wir ein wenig den Faden verloren. Gut für die Moral war, dass wir aufschließen konnten und mit nur drei Toren Rückstand in die Halbzeit gegangen sind. Doch schon im ersten Durchgang war die Chancenverwertung nicht gut genug. Trotzdem war da noch alles möglich für uns.“

HVV versagen die Nerven

Diese fehlende Nervenstärke vor dem gegnerischen Tor, sollte sich dann auch durch die komplette 2. Halbzeit ziehen. Tobias Zelter im Gehäuse des TV bot eine starke Partie und entschärfte mehrere Bälle sehenswert. Vallendar konnte den Abstand zunächst konstant halten, musste zwischen der 35. und 40. Minute aber drei Mülheimer Tore am Stück hinnehmen. Barthel nahm eine Auszeit, doch da wies die Anzeigetafel bereits ein 17:11 aus.

Die Ansprache schien Wirkung gezeigt zu haben, denn sein Team wirkte wie ausgewechselt. Die Defensive erhöhte den Druck auf Zerwas und Vogt, sodass Mülheims Becker mehrfach ratlos allein im Rückraum stand. Angeführt vom besten Vallendarer an diesem Abend, Jonas Strüder, kam man Tor um Tor heran. Der junge Jacob Schleier zeigte sich treffsicher von Linksaußen und konnte in der 46. Minute schließlich den 18:17-Anschluss herstellen. Die Halle stand Kopf, Vallendar hielt alle Trümpfe gegen überraschte Mülheimer in der Hand.

Nun war es an Hilmar Bjarnason eine Auszeit zu nehmen. Was dann geschah, konnte sich wohl keiner der Zuschauer erklären. Denn der 17. Treffer von Schleier war der letzte in diesem Derby für Vallendar. Ganze 14 Minuten blieben die Löwen ohne Tor, der TV 05 hingegen erzielte noch weitere acht. Die Spieler des HVV wirkten unsicher, zunehmen kraftlos und nahmen sich halbherzige Würfe, die leichte Beute für Zelter bedeuteten. Am Ende unterlag der HVV vollkommen verdient mit 26:17 und hat in den nächsten Wochen, sowie in der Winterpause, einiges nachzuholen.

Der letzte Erfolg in der Liga stammt jetzt aus dem Jahr 2016, und zwar vom 18. November, also vor fast genau zwei Jahren. Barthel & Co. müssen nun wieder ein halbes Jahr auf die nächste Chance warten. Die Löwen haben es nicht geschafft unter Druck standzuhalten, was verdeutlicht, dass der Reifeprozess der Mannschaft noch lange nicht an dem Punkt ist, wo er sein soll. Einziger Lichtblick an diesem Abend war Jonas Strüder, der in Angriff und Abwehr alles gab, keinen Körperkontakt scheute und ein Vorbild für seine Mitspieler war.

Am kommenden Samstag, 01.12.2018 um 18:00 Uhr empfängt der HV Vallendar in der heimischen Sporthalle auf dem Mallendarer Berg die HF Illtal. Die Saarländer stehen aktuell auf dem 6. Tabellenplatz und damit hinter den eigenen Erwartungen. Um gegen die „Zebras“ bestehen zu können, benötigt es einen Ausnahmetag.

Stimmen zum Spiel

Bastian Burgard: „Mit 17 Treffern gewinnst du einfach kein Spiel, nicht zu Hause und schon gar nicht auswärts. Unsere Wurfauswahl war in der Schlussviertelstunde einfach schlecht und unvorbereitet. Außerdem war keiner dabei, der Zerwas Paroli bieten konnte. Auch unser Tempospiel hat gelitten und unsere Wurfquote war unterirdisch.“

Oliver Lohner: „Wir hatten in unserem Spiel wieder erhebliche Schwankungen. Mal lief gar nichts zusammen, dann wurde es kurzzeitig besser. Unsere Aufholjagd in der zweiten Halbzeit zeugt von großer Moral. Dann haben wir es uns aber selbst versaut, das Spiel zu drehen. Mit Illtal kommt jetzt ein ganz schwerer Brocken auf uns zu. Bedanken möchten ich mich im Namen der Mannschaft bei unseren treuen Fans, die über 60 Minuten wieder Vollgas gegeben haben.“

HVV: Burgard, Boinski (beide im Tor), Strüder (5), Schleier (3), Hertz (2), Busse (2), Lohner (1), Offermann (1/1), K. Schmidt (1), Schaub (1), Baldus (1), Stein, F. Schmitt, Krechel.

TV 05: Zelter, Winkel, Stromberg (alle im Tor), Zerwas (13/4), Vogt (3), Langen (3), Schwenzer (2), Backes (2), Dahmen (2), Becker (1), Hommen, Rieder, Bauer, Lebernegg.