HANDBALLVEREIN VALLENDAR E.V.

AUSWÄRTSNIEDERLAGE!

Die Vallendarer Löwen mussten sich trotz einer kämpferisch starken Leistung der HSG Kastellaun/Simmern geschlagen geben!

| Team I

Der HV Vallendar musste am Samstagabend den nächsten Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg hinnehmen. Im Derby gegen die HSG Kastellaun/Simmern unterlagen die Löwen nach einer kämpferisch exzellenten Vorstellung mit 27:22. Dadurch überwintert die Mannschaft von Christoph Barthel auf dem 14. Tabellenplatz und muss in der Rückrunde richtig kämpfen.

Hängende Köpfe auf der einen, jubelnde Gesichter auf der anderen Seite. Die Vallendarer Löwen lieferten über 60 Minuten einen großen Kampf ab, doch am Ende stand man mit leeren Händen da. Erneut verlor man auf Grund eigener Unzulänglichkeiten, erneut verlor man in den entscheidenden Momenten den Kopf. Christoph Barthel war extrem gefrustet: „Wir kämpfen uns wieder nach einem Rückstand zurück, zeigen guten Handball, schaffen es dann aber nicht, den Schwung mitzunehmen. Wir leisten uns wirklich dumme Ballverluste und geben ein Spiel aus der Hand, welches wir hätten gewinnen müssen.“

Der Trainer verweist damit auf mehrere Situationen zwischen der 45. und 55. Minute, als er machtlos zusehen musste, wie seine Spieler dem Gegner den Ball schenkten. Zuvor gelang HVV nach einem großen Rückstand von 19:13 Anfang der zweiten Halbzeit ein grandioses Comeback. Beim 19:18 war man wieder dran, doch verpasste mehrmals sowohl Ausgleich, als auch Führung.

Die angesprochenen Fehler unterliefen Vallendar auch in der Anfangsphase, sodass die Hausherren in der nahezu ausverkauften IGS-Halle mit 4:1 in Front gingen. Schnell bogen das die Rheinländer wieder gerade, glichen durch Treffer von Busse und Woods aus. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, geprägt von Leidenschaft und Tempo. Letzteres beherrschte Vallendar besser und Kalani Schmidt brachte sein Team beim 8:9 erstmals in Führung. Die Löwen stellten den Kastellauner Angriff vor große Probleme, erzwang immer wieder ein passives Vorwarnzeichen der Schiedsrichter. Burgard leitete Gegenstöße ein und Kreisläufer Lohner holte eine Vielzahl an Siebenmetern heraus. Was keiner zu diesem Zeitpunkt wusste, das 9:10 der Gäste sollte die letzte an diesem Abend bleiben. In den Minuten vor der Halbzeit hatte der HVV sein nächstes Tief, scheiterte häufig am guten Kastellauner Schlussmann Luca Korbion. Mit 13:10 ging es in die Pause, für den HVV galt es mal wieder einen Rückstand aufzuholen.

Zu viele leichte Fehler

Nach dem Seitenwechsel spielte sich Kastellaun in einen Rausch, konnte vier Mal in Folge den Ball an Burgard vorbei bugsieren. Die Defensive fand keinen Zugriff auf Kastellauns körperlich starken Rückraum und gab selbst den Ball zu schnell wieder her. Beim 19:13 durch Patrick Hess sah es zwischenzeitlich ganz düster aus. Doch die HVV-Spieler zeigten Moral und kamen aus eigener Kraft zurück ins Spiel. Die Abwehr stand nun felsenfest und hatte im eingewechselten Björn Boinski einen sicheren Rückhalt, der nebenbei auch zwei Strafwürfe entschärfen konnte. Hinter der Frage, warum der HVV nicht die gesamte Spieldauer so konzentriert agierte, bleibt ein großes Fragezeichen.

Denn plötzlich waren die Löwen zurück. Geburtstagskind Jonas Strüder übernahm Verantwortung, Kalani Schmidt glänzte als sicherer Schütze und Philipp Woods zeigte keine Nerven vom Punkt. Beim 19:18 schien das Pendel schließlich in Richtung der Löwen auszuschlagen, denn auch die Körpersprache der HSG ob des verspielten Vorsprungs sprach Bände. HSG-Trainer Dobardzijev nahm eine Auszeit, um sein Team neu einzustellen. Vallendar kam dadurch etwas aus dem Rhythmus, musste das 20:18 hinnehmen.

Die endgültige Kehrtwende wollte den Löwen aber nicht gelingen, auch nicht nachdem man vier weitere Mal mit einem Treffer dran war. Der letzte Anschluss war das 23:22 durch Christian Schaub, der den Ball mit einem Strahl in die linke obere Ecke wuchtete. Doch jedes Mal, wenn man den Ausgleich auf der Hand hatte, kam etwas dazwischen – seien es leichtfertige Ballverluste, Fehlpässe oder schlecht getimte Würfe. Die letzte Chance wieder auf einen Treffer aufzuschließen hatte Woods in der 56. Minute per Siebenmeter, scheiterte aber an Routinier Mario Percin. Barthel: „Wir hätten schon viel früher ausgleichen müssen. Wenn man 10 Siebenmeter in einem Spiel wirft, dann geht auch mal einer schief. Vielleicht muss man spätestens nach dem Siebten auch den Schützen wechseln.“

Die HSG antwortete mit dem 25:22, das Spiel quasi war gelaufen. Vallendar warf mit einem letzten Rest Hoffnung nochmals alles nach vorne. Am Ende entlud sich dann der gesamte angestaute Frust nochmal richtig. Zunächst gerieten Lohner und Hess aneinander, dann Schmidt und Helaoui und schließlich bildete sich eine ganze Spielertraube. Nach kurzer Zeit hatte sich diese dann wieder aufgelöst. Vallendar fing sich noch die Gegentreffer 26 und 27, doch das war nicht mehr von Bedeutung.

Die Löwen verloren damit ihr viertes Spiel in Serie und stecken tiefer denn je im Abstiegskampf. Die Mannschaft muss die nun anstehende Winterpause nutzen, um einiges zu trainieren. Denn in der Rückrunde muss die Mannschaft abliefern, denn dort wird jedes Spiel bereits ein Endspiel sein.

Stimmen zum Spiel

Oliver Lohner: „Wer jetzt immer noch nicht verstanden hat, dass wir gegen den Abstieg spielen, der hat eine falsche Wahrnehmung. Wir verlieren in den entscheidenden Phasen den Kopf und spielen nicht die einfachen und vorher abgemachten Konzepte bis zum Ende durch. Die Einstellung war super. Ich glaube jeder in der Halle hat gemerkt, dass wir unbedingt wollten. Wir sind unfassbar enttäuscht und sauer über diese Niederlage.“

Jonas Strüder: „Kastellaun war heute nicht besser als wir, aber cleverer in den wichtigen Momenten. Unsere Fehler wurden eiskalt bestraft und dadurch haben wir schlussendlich verdient verloren. Wir haben wieder nur 14 Feldtore erzielt, das reicht einfach nicht. In der Pause werden wir viel trainieren und mit neuer Energie in die Rückrunde starten. Eines ist klar: vom Mittelfeld braucht keiner sprechen, jetzt gibt es knallharten Abstiegskampf.“

Es spielten für den HVV: Burgard, Boinski (beide im Tor), Woods (10/8), K. Schmidt (4), Offermann (2), Strüder (2), Busse (2), Hertz (1), Schaub (1), Baldus, Lohner, Schleier, Stein, Schmitt (n.e.), Krechel (n.e.), Andree (n.e.)