HANDBALLVEREIN VALLENDAR E.V.

ABSCHIED!

Die Vallendarer Löwen müssen leider Jonas Strüder und Lukas Hertz verabschieden!

| Team I

Eigentlich hätte der HV Vallendar seine Heim-Saison am vergangenen Samstag mit dem Spiel gegen den Meister SV 64 Zweibrücken beendet. Eigentlich wollte man noch einmal ein echtes Handballfest mit den treuen Fans feiern. Und eigentlich hätte man die Saison dann gerne am 10. Mai mit einem Auswärtssieg und einer guten Tabellenposition beendet.

Stattdessen fliegt seit bald zwei Monaten kein Ball mehr durch die Halle, die Saison in der RPS-Oberliga wurde abgebrochen. In der Abschlusstabelle stehen die Löwen auf einem achtbaren 9. Tabellenplatz und sind damit zugleich die beste Mannschaft im Rheinland.

Wirklich freuen kann sich darüber niemand. Zu gerne hätte die Mannschaft in den verbleibenden sieben Spielen noch einmal ihr ganzes Können gezeigt, den ein oder anderen Punkt eingesammelt, um so auch in der Tabelle nach oben zu klettern. Und natürlich hätte man die Abgänge gebührend verabschiedet. Der Verein wird sich nachgelagert sicher noch etwas einfallen lassen, dasselbe ist es aber trotzdem nicht.

Als erstes möchten wir uns daher von Jonas Strüder verabschieden. Seit 2017 trug Jonas das Trikot der Löwen, wechselte gemeinsam mit Schaub, Boinski, Schmitt und Gutfrucht von der TS Bendorf zum HVV. Schnell mauserte sich Jonas zu einem der fleißigsten in den Reihen des HVV, entwickelte sich schnell zu einer echten Stütze – vorne wie hinten. Von den Fans bewundert für sein Durchsetzungsvermögen, seinen Willen und die Fähigkeit sich auch mal richtig zu quälen.

Nicht nur einmal sah man ihn bluten vom Feld gehen, um dann nach wenigen Minuten wieder auf der Platte zu stehen. Aus beruflichen Gründen wird Jonas in der nächsten Saison leider nicht mehr zur Verfügung. Ein Verlust, der vor allem auch menschlich schmerzt, denn Jonas gehört zu den Wortführern in der Mannschaft.

Der zweite Abgang ist der Mannschaftsälteste, nämlich Lukas Hertz. Lukas kam im Jahr 2014 zu den Löwen und hatte es zu Beginn nicht leicht. Bei seinem Heimatverein HSC Schweich gehörte er in der Rheinlandliga zu den besten Torschützen, in der Oberliga wehte ein anderer Wind. Lukas passte sich schnell an, wusste dabei vor allem seine Schnelligkeit und enorme Sprungkraft zu nutzen. Trainer-Urgestein Wolfgang Reckenthäler beorderte ihn dann in der legendären 3:2:1-Deckung auf die Spitze, wo er für Unruhe sorgte und für schnelle Tore über die erste Welle sorgte.

Ein Bandscheibenvorfall verbannte Lukas lange Zeit auf die Tribüne, doch er kämpfte sich zurück. Seit Jahren gehört Lukas zu den absoluten Leistungsträgern der Mannschaft und ist zudem einer der Dienstältesten. Nun hat Lukas entschieden, dass es Zeit ist die Handballschuhe an den Nagel zu hängen. Das hat er sich nach einer tollen Karriere jetzt auch redlich verdient.

Vor allem menschlich wird man Lukas vermissen, Rechtsaußen Philipp Woods erzählt: „Ich kenne Lukas schon seit unzähligen Jahren. Damals waren wir noch Jugendliche, haben gemeinsam in der Rheinland-Auswahl gespielt. Da müssen wir etwa 13 gewesen sein. Schon damals war Lukas einer der feinsten Kerle, die du dir vorstellen konntest und das ist heute auch noch so. Die Fans und die Mannschaft werden ihn ganz gewiss vermissen. Für mich persönlich endet mit dem Karriereende von Lukas auch ein Stück meiner eigenen Handballgeschichte, ich werde ihn ganz besonders vermissen.“

Lieber Jonas, lieber Lukas wir wünschen euch beiden alles erdenklich Gute für eure Zukunft und sind uns gleichzeitig sicher, dass wir euch noch häufiger in der Halle treffen werden!

Doch trotz der Abgänge und der beendeten Saison muss es ja auch irgendwie, irgendwann wieder weitergehen. Eine Glaskugel haben auch wir nicht und es lohnt sicher nicht zu spekulieren.

Aber was machen die Spieler aktuell? Mannschaftstraining findet nicht statt, aber es ist auch keine Zeit, um sich auf die faule Haut zu legen. Das wären nicht die Löwen und das wäre auch nicht Veit Waldgenbach. Seine Spieler absolvieren eine Art Vorbereitung im Stil einer aktiven Pause. Drei Mal pro Woche geht es in den Wald zum Laufen, dazu Fitness und Kräftigungsübungen. Veit Waldgenbach: „Das ist natürlich eine sehr schwere Situation, wir wussten ja anfangs gar nicht, ob es nicht doch noch einmal weitergeht. Daher mussten sich die Jungs fit halten, wenn auch ohne Ball. Nun ist klar, dass die Saison beendet ist und man muss in die Planung der nächsten Runde gehen.“

Doch auch das ist ungewiss, eine Pause wird Waldgenbach seiner Mannschaft auf jeden Fall geben. Dann wird sich weiter vorbereitet, ob alleine oder gemeinsam, wird man sehen.

Aber wie geht die Mannschaft mit der aktuellen Situation um? Linksaußen Kalani Schmidt gibt einen Einblick: „Um ganz ehrlich zu sein: es nervt brutal. Das Zusammensein mit der Mannschaft, das Lachen im Training, das Feiern von Siegen. Man vermisst sogar die oftmals enorm anstrengenden Trainingseinheiten, es ist einfach leichter sich in einer Gruppe zu quälen als alleine. Am meisten fehlt einem aber der Ball an der Hand. Wir hoffen alle, dass es bald wieder in die Halle geht.“

Eine positive Seite konnte Kapitän Oliver Lohner doch ausmachen: „Man trainiert zwar, aber was einem am meisten zusetzt sind ja immer die Spiele. Wir konnten alle Verletzungen komplett auskurieren, das tut dem Körper sicher gut. Dennoch hätten wir alle weitergespielt. Jetzt hoffen wir aber, dass es bald weitergeht und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen.“

Die gesamte Mannschaft hofft, dass es ihren treuen Fans in dieser schweren Zeit gut geht, freut sich wenn es weitergeht mit Handball und wünscht euch allen beste Gesundheit!